Wisdom
Council
Der Wisdom Council
ist ein machtvoller, tiefgreifender
Prozess, der seine Wurzeln in der Tradition der nordamerikanischen
Ureinwohner
hat.
Der Wisdom Council
bietet den TeilnehmerInnen die
Möglichkeit, einen Schritt zurückzutreten und Abstand
vom Druck und von der
Hektik des Alltags zu gewinnen. So, wie Indianer um ein Lagerfeuer zu
sitzen
und „weise“ über grundlegende Fragen
nachzusinnen.
Im Wisdom Council
beginnen die Menschen ihren Geist und ihre
Herzen zu öffnen – um zuzuhören, um
nachzudenken und um neue Einsichten und
Weisheit durch tiefe Reflexion zu erlangen.
Am Beginn eines
WisdomCouncils steht eine Frage oder ein
Anliegen – einer
einzelnen Person, einer Gruppe, oder der
Gemeinschaft – die in der Regel das Wohlergehen des Ganzen
betrifft.
Der Zweck eines
WisdomCouncils ist es, Wissen, Einsichten
und Meinungen zu erhalten, um eine Fragestellung zu behandeln oder um
ein
Problem oder einen Konflikt zu lösen. Es ermöglicht
der Gruppe, am Ende eine
Vereinbarung zu treffen und ihre ganze Energie auf die Lösung
zu konzentrieren.
Der von Jim Rough
entwickelte Rat der Weisen oder Wisdom
Council ist eine sehr gute Möglichkeit, eine große
Gruppe durch einen
Reflexions- und Lernprozess zu führen, der das ganze System
weiterbringt.
Es werden 12
TeilnehmerInnen von einer Gemeinschaft oder
Organisation ausgelost. Diese erarbeiten an einem ganzen Tag Thesen,
Lösungen
und Empfehlungen zu einem Anliegen.
Wichtig ist, dass
der Rat der Weisen dabei in einem
kreativen Modus arbeitet, über bekannte und nahe liegende
Lösungsansätze
hinausgeht und zu etwas Neuem durchbricht. Dazu bedarf es eines Dialogs
von
ungewöhnlich hoher Qualität. Diese Qualität
wird durch die Moderationsmethode
Dynamic Facilitation, die kreatives Problemlösen gerade bei
schwierigen und konfliktbeladenen
Themen ermöglicht, hergestellt.
Der Rat der Weisen
wird inhaltlich in keiner Weise
angeleitet oder eingeengt. Er entscheidet selbst, wie viele Themen er
bearbeiten und wie viele Lösungen er finden möchte.
Er hat nur eine Maßgabe:
Alle Ergebnisse müssen die volle Zustimmung aller 12 haben.
Damit ist
gewährleistet, dass der Rat der Weisen zu Thesen und
Empfehlungen kommt, die
als „weise" empfunden werden.
Die Erfahrung
zeigt, dass die Thesen und Empfehlungen, die
im Rat der Weisen einmütig verabschiedet werden, von nahezu
allen
TeilnehmerInnen geteilt werden. Metaphorisch gesprochen erzeugt der Rat
der
Weisen eine Schwingung, die auf Resonanz stößt, d.h.
alle anderen ebenfalls in
Schwingung versetzt.
Erfolgsentscheidend
für die Wirkung des Rats der Weisen ist
es, dass seine Ergebnisse allen TeilnehmerInnen in einer Art Zeremonie
vorgestellt werden. Durch diese Präsentation wird bei allen
eine Resonanz
bewirkt. Denn nur dann werden die Mitglieder dieses Rats vor der
großen Gruppe
auf lebendige, emotionale Weise berichten und nicht nur die faktischen
Ergebnisse, sondern auch den eigenen kreativen Prozess mit seinen
Irrwegen,
Frustrationen und Durchbrüchen darstellen. Auf diese Weise
wird auch die große
Gruppe angeregt, in einem kreativen Modus über die
Empfehlungen zu
reflektieren.
Der Rat der Weisen
stellt zunächst seine Thesen und
Empfehlungen vor. Es präsentiert nicht ein einzelner
Vertreter, sondern die
gesamte Gruppe. Mehrere sollen erzählen, wie sie den
Arbeitsprozess des Rates
erlebt haben, so dass auch die dort entstandene Atmosphäre
spürbar wird.
Danach teilt sich
die große Gruppe in kleine Gruppen auf.
Diese besprechen die präsentierten Ergebnisse und
überlegen, was sie bedeuten
und was für sie daraus resultiert. Dieser Diskussionsprozess
in der Großgruppe
geschieht mit der Methode „World Cafe“.
Am Ende teilen die
Beteiligten ihre Gedanken im Plenum mit.
Jede/r ist aufgerufen, für sich selbst die Konsequenzen zu
ziehen, die er/sie
für richtig hält und sie dann auch zu Hause mit
anderen zu teilen, sie an
Gruppen, etc. weiterzugeben und sie umzusetzen. Resultate, die die
ganze
Versammlung betreffen, werden diskutiert und beschlossen. Es gibt
jedoch keine
formelle Maßnahmenplanung.